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Dieses Thema hat vielleicht nicht direkt mit Didaktik zu tun, aber im Bereich IKT ist es interessant.

Ich habe versucht das Blog ein bisschen auf andere Bedürfnisse zu biegen, dass heisst, nicht als „Journal“ zu schreiben sondern als Buch. Die erste Erkenntnis ist gewesen, dass schon viele andere diese Idee hatte, und WordPress, so wie Blogger schon daran gedacht haben, Hilfe und Hinweise zu errichten.

Im zweiten Schritt musste ich wählen welches Blog sich besser eignet. WordPress erlaubt verschieden Seiten einzurichten. Im Blogger konnte ich das nicht machen. Verschieden Seiten zu kreieren, erleichtert das Lesen des Buches, das in Kapitel aufgeteilt werden kann. Jede Seite kann dann zusätzlich mit Seitenbrüchen versehen werden. Ich finde WordPress auch flexibler in der Darstellung und die Ästhetik gefällt mir besser.

Was aber in WordPress unmöglich ist, ist mit Werbung etwas zu verdienen. Wenn ich schon ein Buch im Internet publiziere, will ich möglicherweise auch ein bisschen Geld machen. Das ist mit GoogleAdsense möglich, in WordPress aber sogar verboten. Eine denkbare aber nicht optimale Lösung ist, zwei Blogs einzurichten und zu versuchen in Blogger mit Adsense etwas zu verdienen. Das ganze dann mit WordPress zu verlinken. Wie gesagt: nicht optimal.

Noch etwas über den Inhalt: was ich am Ende geschrieben habe, ist nicht ein Blog im eigentlichen Sinne, weil es nicht auf Post geschrieben wird und die erste Seite statisch bleibt. Es ist aber auch nicht eine Erzählung wie wir sie in Büchern lesen würden. Es wäre dumm, die Multimedialität nicht auszunutzen. Ich kann für jede Seite, die durchschnittlich kürzer als eine Buchsseite ist, Bilder einsetzen, die den Inhalt beschreiben; wichtige Begriffe, Zitate, usw. werde ich verlinken; ich will auch Musik anwenden, die zur Stimmung der Erzählung passt. Was am Ende geschaffen wird, ist etwas ganz anderes als ein Buch, etwas das im ausgedruckten Zustand viel von seiner Intensität verlieren würde.

Den Vergleich kann man sich hier anschauen: http://graziella-sullorlodellabisso.blogspot.com/, http://graziellaracconto.wordpress.com/

Ich habe diesen Leistungsnachweis gewählt, weil ich schon einige WebQuests durchgeführt habe. Ich finde, dass es eine gute Methode ist um Interesse für ein Thema zu wecken und die Schüler selbstständig arbeiten zu lassen. Wichtig ist, meiner Meinung nach, dass in der Internetrecherche die Schüler eine weitere Wahlmöglichkeit haben. Deswegen strukturiere ich die WebQuests immer mit verschieden Parcours. Ich versuche Aufgaben unterschiedlicher Art einzubringen, so dass jeder Lerntypus eine entsprechende Aufgabe bearbeiten kann.

Etwas verunsichert war ich bei der Einführungsseite, in der der Lehrer das Thema beschreiben und anregend für die Schüler darstellen soll. Ich habe verschiedene WebQuests gesehen: viele sind für kleinere Kinder vorbereitet und würden Gymnasialschüler nicht ansprechen. Andere geben viel zu viel preis und die Einführung wird wieder eine Art Frontalunterricht. So habe ich auch begonnen und habe mich gefragt wie ich eine Einführungslektion vorbereiten würde. Für mich war der Akzent immer auf der aktiven Beteilung der Schüler und in diesem Sinne habe ich auch den ersten Slide vorbereitet: Begriffe die die Schüler verbinden sollen und die das Interesse für das Thema, in diesem Fall Galilei (webquest), wecken sollten.

 Zum Leistungsnachweis gehört auch die Projektskizze. Die meisten Fragen sind einfach zu beantworten, wenn man die WebQuest gerade vorbereitet hat. Nur Fragen 4 und 5 geben mir zu denken:

4.  Didaktisch-methodische Schwerpunkte: Wie gehe ich vor? Welches mediendidaktische Prinzip, welche (Online-)Lernform(en) wende ich an? (vgl. IKT-Literatur)

 5.  Bezug zu den Inhalten des IKT-Moduls: Welche Bezüge mache ich zu den Inhalten des IKT-Moduls? (Inhalte des Präsenzunterrichts, Modulbeschreibung, Lernziele,  IKT-Literatur)

 Ich finde Hilfe in Murbach „Mit Web 2.0 das Internet aktiv mitgestalten“, der ein ganzes Kapitel den WebQuests widmet.

Über didaktisch-methodische Schwerpunkte: „WebQuest steht für die Lösung von Aufgaben mithilfe von Informationen aus dem Internet. WebQuest ermöglichen durch ihr didaktisches Konzept:

Projektorientiertes Lernen mit Internet und Multimedia, eigenständiges, selbst gesteuertes und kooperatives Lernen, (…) Verwendung von aktuellem und authentischem Unterrichtsmaterial“ Murbach S. 126

Hier eine Präsentation über WebQuests

Online-Diskussion

Am 20. Dezember war die Deadline für die Diskussion im Moodle. Meine E-Mail war überfüllt mit Nachrichten und das hat mich veranlasst die folgenden Reflexionen zu schreiben: was bedeutet dies nach Ansicht des Lehrers?

Von 20 Schülern haben drei oder vier am Anfang gut mitgemacht und die obligatorischen Berichte geschrieben. Einer hat vielleicht darüber hinaus noch etwas geschrieben. Ein Paar haben im Zeitraum dazwischen teilgenommen, die Meisten aber nur gegen Ende.

Wahrscheinlich haben diejenigen, die erst am Ende mitgemacht haben, die meisten Beiträge gelesen. Sie konnten die Beiträge der Mitschüler lesen, und sie als Anhangspunkt für weitere Überlegungen nutzen. Dennoch, wenn man sieht, dass 24 Mitteilungen so kurz vor Toresschluss eingehen, könnte man den Eindruck gewinnen, dass es sich nur um das eilige Erledigen eines Jobs handelt. Nach dem Prinzip: „Hoppla, da war doch noch etwas, lass es uns schnell machen“.

Von denjenigen, die am Anfang teilgenommen haben, ist es schwierig zu sagen, ob sie weiter interessiert gelesen haben, oder ob nachdem der Job einmal gemacht war, sie sich nicht mehr weiter dafür interessiert haben. Ich habe zum Beispiel immer die Antworten zu einem Thema, zu dem ich auch etwas geschrieben hatte, gelesen. Die Antworten zu anderen Themen nicht.

Mein Eindruck ist, dass letztendlich nicht viel von der Diskussion bleibt. Vielleicht wäre es anders wenn die Zeit begrenzter wäre. Man könnte zum Beispiel jede Woche mindestens einen Beitrag von den Schülern verlangen. Ein Problem könnte auch darin bestehen, dass unsere Gruppe (Kurs A+B) zu gross ist und dadurch zu viele Beiträge produziert werden und diese zu aufwändig zu verfolgen sind.

Es ist auch interessant zu merken wie unterschiedlich die Leute reagieren. Ich zum Beispiel will sofort etwas sehen und es hat mich ein bisschen gestört, dass am Anfang so wenige Mitstudenten interagiert haben. Für die Anderen ist es offensichtlich nicht so, und sie lassen den Stoff liegen und reifen.

Zum Schluss muss ich noch sagen, dass ich von der Methode, als didaktisches Werkzeug und nicht als Freizeitbeschäftigung, nicht überzeugt bin. Mir hätte es mehr gebracht, entweder an einer E-Diskussion in einer kürzeren Zeit in einer kleineren Gruppe oder an einer Präsenzdiskussion teilzunehmen.

Jean-Pol Martin hatte dasselbe Problem, wenn er sagt dass eine fünfmonatige Kommunikationsplattform zur Verfügung stand und sie nicht ausreichend genutzt worden ist.

Lernen durch Lehren

In GEOWISSEN Nr. 44 „Die ideale Schule“ gibt viele interessante Artikel darüber was eine gute Schule ist und wie ein guter Lehrer sein sollte.

IKT bezogen ist das Porträt „Der Motivator“ auf Seite 56, über Jean-Pol Martin, Französisch Lehrer in einem Gymnasium in Deutschland und Professor für Didaktik des Französischen.

Der Artikel fängt an mit der Erläuterung der Unterrichtsmethode „Lernen durch Lehren“, in dem Schüler die Lektionen leiten (mehr…). Warum also der Titel “der Motivator”? Dies erfahren wir im weiterenVerlauf des Artikels indem erklärt wird, dass der Lehrer „twittert“.

“Jeden Tag verschicke er zwei Stunden lang Kurzbotschaften übers Internet. Und so stellt er sich auch den perfekte Unterricht vor: Man versendet in kurzen Abständen seine Gedanken, erhält sofort Antwort, treibt das Geschehen so voran. Lernen und lehren gleichzeitig.”

Über Jean-Pol Martin habe ich auch diese interessanten Videos gefunden.

 Im zweiten Teil des Videos spricht Martin über BarCamps und Internetplattformen mit ihren Vor- und Nachteilen. Vorteile: gute Atmosphäre, sich wohlfühlen, Kreativität, Spontaneität (vielleicht ein Nachteil? „Man bereitet sich nicht lange vor“)

Das Model braucht Entwicklung: es gab eine Aufwärmphase von fünf Monaten mit einer Kommunikationsplattform, die nicht genug benutzt worden ist. Die Vorbereitungsphase ist aber sehr wichtig um die drei Tage Camp besser auszunutzen. Das ist aber nicht das Konzept von BarCamp.

 Sehr interessant ist auch dieses zweite Video, auf dem EduCamp 2009, in dem Jean-Pol Martin Web 2.0 und insbesondere Twitter mit dem realen Leben vergleicht, und zu einem überraschenden Schluss kommt: Erlauben Blogs tiefere Beziehungen als vis-à-vis Gespräche?

Kurz zurück zur LdL Methode: während der Praktika habe ich gesehen, dass in den Schweizer Gymnasien Schüler sehr oft Präsentationen halten. Dies sollte man aber nicht mit der LdL Methode verwechseln, obwohl es auf den ersten Blick dasselbe zu sein scheint. Der grosse Unterschied ist die Rolle des Lehrers. Er sagt nicht einfach „bereite eine Präsentation vor“, er folgt als Coach Schritt für Schritt dem Schüler, der nicht „präsentieren“, sondern „unterrichten“sollte.

  Noch ein Video über Internet und LdL (ab der 13. Minute)

Maturitätsquote

Ich fand den Artikel (Gymi-Schlusslicht beseitigen, 2.12.2009) in den St.Galler Nachrichten über die tiefe Maturitätsquote  im Kanton St.Gallen besonders anregend, weil er sich mit einem Problem befasst, mit dem ich mich auch beschäftige.

Als Lehrerin habe ich bemerkt, dass im Kindergarten und in den ersten Jahren der Primarschule viel gemacht worden ist um die Pädagogik und die Didaktik zu modernisieren und an die neuen Ansprüche der Gesellschaft anzupassen. Je weiter und „schwieriger“ die Klassen aber werden, desto traditioneller, um einen Euphemismus zu benutzen, wird der Unterricht.

Ich habe auch mit Sekundarschülern zu tun und frage sie oft, warum sie die „Kanti“ nicht in Betracht ziehen, warum sie nicht weiter lernen und studieren wollen. Die Antworten weisen eine geringe Variation auf. Viele schreckt der Gedanke an weitere Jahre des Büffelns und für jene Schüler ist Lehre synonym mit Freiheit; wogegen andere glauben nicht in der Lage bzw. nicht intelligent genug zu sein um zu studieren.

Ich frage mich, wo ist die Neugier geblieben? In welchem Klassenzimmer ist sie verloren gegangen? Warum vermitteln Lehrer den Schülern eine solche negative Vorstellung des Lernens? Ist der durchschnittliche Schweizer Lehrer immer noch damit befasst Schüler auszusortieren anstatt sie zu motivieren?

Auf Grundlage dieser Überlegungen habe ich mit einigen Kollegen im September den „Förderverein für aktives und selbstbestimmtes Lernen“ ins Leben gerufen und wir werden im August des nächsten Jahres ein „offenes“ Gymnasium gründen. Unser Anliegen ist es, den Jugendlichen einen Ort zu bieten, in dem sie frei und selbstverantwortlich lernen können und die Matura in einer anregenden und angenehmen Atomsphäre zu erreichen. Wir sind überzeugt, dass es möglich ist, die Jugendlichen für das Lernen wieder zu gewinnen und damit „die negative Haltung vieler Knaben zu Leistung und Anstrengung (…) zu durchbrechen“ (obwohl ich mit der Wortwahl dieses Zitats so meine Probleme habe).

Zum Schluss möchte ich das Beispiel Finnland wieder aufnehmen und mit  Regula Reist sagen: „Freiheit fördert, Zwang überfordert. Die finnischen Schulen sind so gut, weil sie frei sind“ (in „Neue Schule für neue Kinder“, Projektwerkstatt FAU Zürich).

Mind und Konzept-Maps

In meinen Fächern und insbesondere in Philosophie, sind Mind und Konzept Maps ein wichtiges Instrument. Ich habe sie selbst schon im Gymnasium und an der Uni benutzt, obwohl mir niemand gesagt hatte, wie ich sie erstellen muss. Es war einfach für mich, das Hauptkonzept zu finden und mit verwandten Konzepten zu verbinden. Es war daher sehr interessant die wissenschaftlichen Grundlagen des Mind und Konzeptmappings kennen zu lernen.

Unter den vielen Webseiten hatte ich z. B. diese in einem Kurs über Mind-mapping benutzt, den ich an meiner Schule gehalten habe (Mappe concettuali e mappe mentali presentazione). Als Programm habe ich CmapTools benutzt, weil es die Möglichkeit gibt Anhänge und Files hochzuladen und zu linken.

MindMeister habe ich dank Max kennen gelernt.

In der Klasse haben wir Konzept-Maps weiter per Hand hergestellt, die meine Schüler in Gruppenarbeit vorbereitet haben und an die Wände aufgehängt haben. Am Ende des Schuljahrs waren die ganzen Wände damit bedeckt und es gab Beschwerden seitens der anderen Lehrer und des Hausmeisters (vor den Ferien mussten wir die Plakate herunterholen und später wieder aufhängen, sonst wurden sie weggeworfen!)

Hier sind Beispiele von computerhergestellten Maps (mit Mac), innerhalb des Portfolios, bzw. mit Powerpoint (in verschiedenen Darstellungsformen).

 

Nach meiner Erfahrung eignet sich ein Plakat, das per Hand zusammen gezeichnet und geschrieben wird, besser für die Gruppenarbeit, wogegen für Präsentationen und Portfolios die am Computer hergestellten Maps besser aussehen. Für die Schüler die nicht erfahren im Umgang mit Powerpoint sind, ist das aber sehr zeitaufwändig. Nur wenige haben es mit CmapTool (oder ähnlichen Programmen) versucht. Eine online mindmap mit MindMeister zu zeichnen hat nur im BUA-Kurs geklappt. Für die Schüler (zumindest meine Schüler) war es zu schwierig während der Diskussion sich gleichzeitig auch auf die Entwicklung der Map zu konzentrieren.

Lernkultur

Eigentlich habe ich schon über Lernkultur geschrieben (http://graziellago.wordpress.com/2009/11/08/wieviele-informationen/ und http://graziellago.blogspot.com/2009/01/didattica.html), aber das Blog von Lilo hat mich wieder dazu gebracht.

Vor zwei Jahren habe ich ein Seminar bei Peter Heiniger besucht, in dem wir das folgende Plakat gemacht haben

 

Ich fand es sehr inspirierend, weil es gut die Verwandlung erklärt, die wir, älteren Lehrer, und die Schule im Allgemeinen, machen müssen.

Ich finde das Schlüsselwort ist Verantwortung. Wer trägt die Verantwortung für das Lernen der Schüler? In unseren Köpfen, als Lehrer, Eltern und Schüler, sind es immer noch die Lehrer die Verantwortlich sind. Das ist ein Irrtum, eine allmächtige Illusion. Wissenschaft und Erfahrung zeigen dagegen, dass die Lehrer, sowie die Eltern zu Hause, nur Möglichkeiten anbieten können um die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen unterstützen (Largo Schülerjahre). Die Schule wird eigentlich ein Markplatz der Lernmöglichkeiten. Wenn das jedem klar wäre, würde sich auch der Kontrolldruck seitens der Lehrer reduzieren.

In einem Gespräch mit Peter Sutter letzten Mittwoch, haben wir auch diese Thematik gestreift. Wir mussten feststellen, dass Lehrer immer noch denken, die Schüler bestrafen zu müssen, um ihnen etwas beizubringen. Es gibt sicher auch Machtausübungen, die keinen anderen Zweck haben, als die Befriedigung des Lehrers, aber, ich bin optimistisch, und glaube, dass die meisten Lehrer es einfach nicht besser wissen. MAn lässt die Kinder und Jugendliche sich nicht frei entfalten, sondern zieht bzw. “er”zieht sie. Bei dem Ausdruck muss ich immer an einen Hund denken, der an der Leine gezogen wird.

Schön ist auch dieser Spruch, den ich im Blog über demokratische Bildung gefunden habe:

„Lass Dir aus dem Wasser helfen oder Du wirst ertrinken!“, sprach der freundliche Affe und setzte den Fisch behutsam auf einen Ast.

Die Idee ist eigentlich nicht neu. Maria Montessori  hatte sie schon vor hundert Jahren in ihren Schulen angewendet.

In Schweizer Kindergärten sind Montessori Prinzipien weit verbreitet, auch in der meisten Klassen der Unterstufe (bis zur dritten Klasse), danach hat man den Eindruck, dass Schulsystem, Lehrer und Eltern von Angst befallen werden und fangen an so viel Druck wie möglich auf den jungen Schülern auszuüben. Je älter, desto mehr Druck und weniger Freiheit eine Wahl zu treffen und selbstverantwortlich sowie selbstbestimmt zu lernen. Alle die, die Leistungsdruck nicht ertragen, werden ausgesondert.

Apropos: in youtube findet man zahlreiche Beispiele schlechten Verhaltens von Lehrern. Ich lade aber aus Prinzip solche oft mit dem Handy gedrehten Videos nicht hoch. Wer will, soll sie selber suchen.

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